Chronik

Gründung und erste Jahre

Das Akkordeonorchester „Stern“ Berlin wurde am 01. Juli 1933 als Handharmonika-Spielring „Stern“ von dem Diplom-Akkordeonlehrer Gerhard Marquard gegründet und hatte anfangs 11 Mitglieder. Die Namensgebung ergab sich aus dem genau 30 Jahre älteren Mundharmonika-Orchester „Stern“, das vom Vater Arthur Marquard geleitet wurde. Konzerte in dieser frühen Zeit fanden denn auch häufig als Doppelkonzerte mit dem Mundharmonika-Orchester statt. Gespielt wurde vorwiegend volkstümliche Musik, dem Zeitgeist und dem Verständnis von Akkordeonmusik folgend, aber auch Originalmusik und leichte Klassik. Bereits 1935 spielte das Orchester in einem Film mit.

Der Gründer des Akkordeonorchesters "Stern"Marquard
Der Gründer des Akkordeonorchesters „Stern“: Gerhard Marquard

Neustart

Das Akkordeonorchester "Stern" im Jahr 1947
1947

Nach dem 2. Weltkrieg musste das Orchester neu aufgebaut werden, da der Spielerkreis auseinandergerissen war. Mit einem Sextett schuf Gerhard Marquard einen Neubeginn und wenig später war die Spielerzahl wieder auf Orchesterstärke angewachsen. Es fanden nun wieder regelmäßig Konzerte statt, wiederum häufig in Gemeinschaft mit dem Mundharmonika-Orchester.

Filmaufritte und 20jähriges Jubiläum

1953 wirkten die beiden Orchester erneut in einem Film mit: „Am Brunnen vor dem Tore“ mit Sonja Ziemann, Paul Klinger, Willi Fritsch, u. a.

Außerdem feierten die „Sterne“ ihr 20-jähriges Jubiläum mit einem Konzert im Titania-Palast. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums erhielt Gerhard Marquard die goldene Medaille des Deutschen Harmonika-Verbandes.

Akkordeonorchester Stern 1953 im Film "Am Brunnen vor dem Tore"
Akkordeonorchester Stern 1953 im Film „Am Brunnen vor dem Tore“

Von den 60er zu den 80er Jahren

Die 60er und 70er Jahre waren neben zahlreichen Konzerten geprägt von Einladungen durch Orchester anderer deutscher Städte und darauf folgende Konzertreisen nach Bremen, Passau und Stuttgart.

Wie in den vergangenen Jahren dirigierte Gerhard Marquard das Jubiläumskonzert 1983 mit großem Erfolg. Vom deutschen Harmonika-Verband erhielt er die Herrmann-Schittenhelm-Medaille als Würdigung seiner Verdienste um die Akkordeonmusik.

Das Akkordeonorchester "Stern" im Jahr 1983 beim 50sten Jubiläum
Jubiläum 1983

Ein Jahr später verlor das Orchester nach insgesamt 51 Jahren mit Gerhard Marquard nicht nur seinen Gründer sondern auch seinen überaus engagierten und für alle Belange seiner Spieler einsatzbereiten Dirigenten.

Neuer Leiter und das Orchester heute

Wenige Wochen vor dem Tod von Gerhard Marquard übernahm Joachim Kloss am 13.11.1984 die Leitung des Orchesters. Das Akkordeonorchester „Stern“ gehört heute zur Musikschule Leo Kestenberg des Bezirkes Tempelhof-Schöneberg.

Der Leiter des Akkordeonorchesters Stern 2018
Joachim Kloss, der Leiter des Akkordeonorchesters „Stern

Das Orchester trägt besonders der Entwicklung des Akkordeons und der damit verbundenen Akkordeonliteratur Rechnung. Neben Barockmusik und Originalkompositionen werden auch Tangos und Stücke gespielt, die dem Swing und Jazz zuzuordnen sind. Die Programme der meist zweimal im Jahr stattfindenden Konzerte, stehen immer unter einem Motto. Wenn die Stücke eines Konzertes es erlauben, wird das Orchester von einem Schlagzeuger unterstützt. Bei Konzerten mit einem besonderen Thema werden kleine darstellerische Einlagen eingebaut. Auch außergewöhnliche Spielorte, wie zum Beispiel das Zeiss-Planetarium, gab es schon. Über die Arbeit mit dem Orchester hinaus wird in kleiner Besetzung mit Erfolg (Quintett/Sextett) intensiv an der Erweiterung des Repertoires gearbeitet.

85-jähriges Bestehen

Als ältestes Akkordeonorchester Berlins feierten die „Sterne“ in 2018 ihr 85-jähriges Bestehen mit einem Konzert in der Glaubenskirche in Berlin-Tempelhof.